Ein neuer kultureller Leuchtturm für Oberösterreich

Das in Engelhartszell projektierte Privatmuseum von Josef & Irene Schütz setzt über die kulturelle Komponente hinaus auch wichtige innovative Impulse für Wirtschaft, Klimaschutz und Tourismus in Oberösterreichs Grenzregion

Engelhartszell/Wien. Oberösterreich, berühmt für die Unberührtheit der natürlichen Landschaft, die Schönheit seiner Seen, Klöster und Kirchen, seiner historischen Ortschaften und Städte, aber auch als Zentrum für Innovation, Industrie und Bildung, wird in naher Zukunft um eine weitere Facette bereichert werden. Denn inmitten der malerischen Naturlandschaft der an der Donau gelegenen Marktgemeinde Engelhartszell plant Josef Schütz, seines Zeichens aus dem Mühlviertel stammender Kunstexperte und internationaler Ausstellungskurator, in enger Kooperation mit der Gemeinde, eine neue Attraktion zu schaffen: ein Museum, präsentierend internationale Kunst im Dialog und Kontext zur Region.

Das Museum selbst wird aus mehrfacher Sicht herausragend sein. Geplant als Solitär inmitten der Natur stehend, umgeben nur von Bäumen, Wasser, Luft und Licht ist diese Positionierung auch durchaus programmatisch zu verstehen. So entsteht – im Dialog mit dem Pendant des historischen Stiftes Engelszell – eine einzigartige Achse, die dem Ort zu einem interessanten Spannungsfeld verhelfen wird. Das Museum wird die Funktion einer Landmark einnehmen. In Dualität mit dem historischen Stift wird der moderne Kubus auch Leuchtturm sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Von Weitem wahrnehmbar – vom Wasser und zu Lande.

Aus wirtschaftlicher und fremdenverkehrstechnischer Perspektive betrachtet wird das Museum, abgesehen vombeachtlichen kulturellen Input, Innovations- und Investitionsmotor sein. Arbeitsplätze werden nicht nur während der Bauphase geschaffen werden, sondern auch nachhaltig im Ort verankert bleiben. Etliche Personen werden ganzjährig als angestellte Arbeitskräfte im Museum angestellt werden. Einige Personen werden im Museums-Shop Arbeit finden und ein Pächter selbstverständlich von der prominent geplanten Gastronomie des Museums-Cafés profitieren. Fix angedacht ist auch eine soziale Komponente – durch Kooption von Sozialprojekten für diverse Tätigkeiten am Areal des Museums.

Die Wertschöpfungskette wird für den gesamten Ort, für Umland und Region eindeutig positiv spürbar werden. Selbst nach gemäßigten Schätzungen sind gut zwischen 30.000 bis 40.000 Besucher pro Jahr zu erwarten. Diese werden naturgemäß nicht nur das Museum besichtigen, im Stift verweilen, sondern auch Zeit im Ort verbringen. Egal ob die Gäste mit dem Schiff, dem Rad, dem Auto oder dem Bus anreisen, sie werden auch die Hotellerie und Gastronomie beleben. Umgekehrt wird Engelhartszell als Landestation vor allem die Schifffahrt einen neuen attraktiven Anziehungs- und Angelpunkt realisieren. Interessant wird dies für bereits ansässige (und anlegende) Reeder und Reiseveranstalter wie „Arosa“ oder „Donauschifffahrt Wurm & Noé“ sein, als auch für neue Player wie etwa des renommierten Schauspielers Til Schweigers neues „Barefoot“-Kreuzfahrtschiff. Auch die Auslastung des derzeit in Bau befindlichen Hotels (mit 185 Betten) wird der Auslastung von 30.000 Nächtigungen eine enorme Steigerungsrate bescheren. Als Knotenpunkt an der Donau zwischen Bayerischem Wald, Mühlviertel, Nibelungengau und Wienerwald wird der Ort (mit der Attraktion eines multimedialen Museums an der Grenze Ausflugsziel sowohl für die Spa- und Thermenregion Bayerns als auch aus allen Bundesländern Österreichs stromabwärts sein.

Derzeit wird Engelhartszell als „erste Schiffsanlegestelle in österreichischen Gewässern, rund 25 km donauabwärts nach Passau und 60 km vor Linz“ angepriesen. An Sehenswürdigkeiten werden der Donaumarkt mit seinen regionalen kulinarischen Köstlichkeiten, das Trappistenkloster Engelszell, die Rokoko-Kirche, das „Wassererlebnis Mini-Donau“, ein Sinnesgarten,das „Haus am Strom“ beim Donaukraftwerk Jochenstein sowie Rundblicke beim „Baumkronenweg“ in Kopfing genannt.

Bemerkenswert ist auch noch eine zusätzliche historische, gleichzeitig aber auch in die Zukunft weisende Komponente: exakt bei Engelhartszell befand sich nämlich das Römercastell Stanacum, das den dort verlaufenden Limes schützte. Und eben dieses wird anno domini 2020 von der Unesco in den Kanon des Weltkulturerbes aufgenommen werden.

Und all dem wird in Bälde die neue Attraktion des Schütz-Museums hinzuzufügen sein: als Dualität von Alt und Neu, als Dialog zwischen Tradition und Moderne, Vergangenheit und Zukunft. Mit Erlebniswelten aus unterschiedlichen Sparten der Kunst. Zeitgenössisch, historisch, zukunftsorientiert.

Ein Kaleidoskop sinnlichen Kunstgenusses. Man begegnet hier preziösen Exponaten von Künstlern der Klassischen Moderne, bekannten Namen und unbekannten Werken, aber auch Zeitgenössischem – und einer außerordentlichen Musikaliensammlung. Historische Instrumente (wie der kunstvolle Flügel von Kaiserin Sisi), Partituren, Möblagen und diverse Kleinodien schließen den Kreis zu jenen Gedanken- und Lebenswelten, die in Gemälden ihren energiegeladenen, sinnlichen und emotional bewegenden Niederschlag finden.

Auf einen besonderen Aspekt sei hierbei hingewiesen: das Schütz-Museum in Engelhartszell wird das erste „Null-Energie-Museum“ der Welt sein. Eine Sensation. Allein von der Bauweise, Architektur, Materialität und Flexibilität ist das Gebäude zukunftsweisend und nachhaltig. Durch eine eigenständige Energieversorgung – geplant ist eine Strom erzeugende Photovoltaik-Anlage mit Wasserwärmepumpe – welche das gesamte auf drei Etagen verteilte Ausstellungsgebäude, autark versorgt. Durch die Materialität von massivem Stahlbeton in ausreichender Dämmstäke und enormer Speicherkapazität wird eine außergewöhnlich hohe Energieeffizienz (mit einem K-Wert von 0,13 bis 0,14) gewährleistet.

Korrespondierend mit der Aura des Raumklimas wird das flexibel in Quadraten und Kuben geplante Gebäude auch energetisch aufgeladen sein – ist es doch nach den asiatischen Prinzipien des Feng Shui ausgerichtet. Das Tai Ji, das Zentrum des Hauses sammelt, als Gravitationszentrum, ein offenes Stiegenhaus die Essenz – und repräsentiert de facto Offenheit und Klarheit. Diese Offenheit und Klarheit zeigt sich auch in der Ausrichtung der präsentierten Kunst, in der Internationalität der Sammlung; inklusive regelmäßigen Einladungen von arrivierten Künstlern und jungen Talenten als „artists in residence“.

Kunstsammler und Museumsgründer Prof. Josef Schütz und Irene Schütz

Basierend auf der mehrere hundert Exponate umfassenden „Private Collection Irene & Josef Schütz“ ist geplant, Kunst zu zeigen, Kunst und Kultur zu vermitteln, Kunstinteressierte aus aller Herren Länder in seine Heimat Oberösterreich zu locken. Im Gegensatz zu üblichen Usancen aber soll die Vermittlung von Kunst nicht nur passiv erfolgen, sondern auch aktiv erlebbar werden. Die permanente Ausstellung soll durch jährlich mindestens drei temporäre Sonder-Ausstellungen aus bewusst unterschiedlichen Bereichen ergänzt werden. Zusätzlich dazu werden internationale zeitgenössische Künstler eingeladen, die als Gast für ein Monat in einem eigenen Atelier als „artists in residence“ für das interessierte Publikum öffentlich transparent Kunst schaffen. Eine Fortsetzung des transkontinentalen Dialogs, die Josef Schütz seit Gründung der „Chinese-Austrian-Academy of Fine Arts“ im Jahr 2013 proaktiv betreibt.

Allein die den Grundstock der das gesamte Jahr zum Besuch geöffneten Dauerausstellung bildende Sammlung enthält zahlreiche relevante Exponate der nationalen und internationalen Kunstgeschichte – reichend von Gemälden aus dem 19. Jahrhundert über Jugendstil und die Klassische Moderne, über Avantgarde, Expressionismus bis zur zeitgenössischen Kunst. Genannt seien nur ein paar prominente Namen, deren Werke in der Sammlung vertreten sind: Klimt, Schiele, Kokoschka, Waldmüller, Schindler, Wisinger-Florian, Moll, Eisenschitz, Moser, Dobrowsky, Walde, Egger-Lienz, Pauser, Kubin, Oppenheimer, Kolig, Hundertwasser, Blau, von Zülow, Boeckl, Birkle u.v.a. Auch auf internationalem Parkett fand die auf Hunderte Werke angewachsene Sammlung schon des Öfteren Beachtung. So fand die 2015 in den vier größten Museen der Volksrepublik China gezeigte Retrospektive „Austrian Art 1860 – 1960“ nicht nur bei knapp fünf Millionen Besuchern (das entspricht in etwa der Summe aller Besucher der öst. Bundesmuseen) Anklang, sondern wurde vom Kulturministerium als „beste Ausstellung“ mit dem Staatspreis, und von der Stadt Peking mit dem Kreativitätspreis prämiert. Eine Auszeichnung, die bislang ausschließlich chinesischen Ausstellungen vorbehalten war. Vorangegangen waren dieser umfassenden Präsentation der österreichischen Kulturnation 2011 und 2013 Personalen von Willy Eisenschitz und Werner Berg. Im Gegenzug gab es weltweit akklamierte Präsentationen zeitgenössischer Kunst aus China in Wien, Salzburg, London, New York und Miami. In Zukunft auch in Egelhartszell.

Zusätzlich zur Dauer-Ausstellung sind wechselnde Sonder-Ausstellungen mit Raritäten von Sammlern und Künstler-Nachlässen geplant. Ein drittes Standbein werden Gastspiele von zeitgenössischen Künstlern sein. Ein Refugium mit Atelier für diese „artists in residence“ im barocken Ortskern ist in Planung. Und last, but not least, schließt Österreichs Parade-Kultur-Export den künstlerischen Reigen ab: die „Klangwelten von Mozart bis Johann Strauß“ laden zu einem teils virtuellen, auf jeden Fall aber zu einem virtuosen Einblick in Künstlerleben. Dem Bedürfnis nach Ruhe und Entschleunigung kann man, entsprechend der pittoresken Kulisse der Örtlichkeit, im wohltemperierten Inneren hinter der Glasfassade oder auf der Terrasse des Cafés nachkommen. Kraft und Energie inmitten einer Oase des Kunstgenusses.

Das direkt an der malerischen Donau-Promenade situierte „Schütz-Museum“ wird den durch Kontemplativität beseelten Ort Engelhartszell sanft mit neuem Leben erfüllen. Arbeitsplätze werden geschaffen, internationale Gäste werden den Tourismus beleben. Mit dem Stift als historisch-traditionelles Pendant wird der moderne Museumsbau ein Zweigestirn entfalten.

Sowohl die örtliche Gastronomie als auch die Schiffsanlegestelle, der gesamte Tourismus wird von der Attraktivierung des Ortes profitieren. Von der internationalen Reputation und Bekanntheit ganz zu schweigen. Auch wenn es ambitioniert klingt: Engelhartszell wird in der internationalen Kulturszene Aufmerksamkeit und Beachtung erlangen. Nein, vielmehr wird Engelhartszell im alljährlichen Kanon der Kunstwelt einen fixen Platz einnehmen.